Bild:  Joachim Rudolph

Joachim Rudolph, Berlin (Berlin)

"Es war ein erhebliches Risiko für uns und keine leichte Entscheidung."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Volksaufstand 17. Juni 1953, Mauerbau 13. August 1961

Biografisches

1938 in Ostbrandenburg/Neumark (Polen) geboren
1945 Umsiedlung nach Berlin
Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953
1959-1961 Studium der Sicherungs- und Fernmeldetechnik an der Verkehrshochschule in Dresden
1961 Flucht nach West-Berlin
1961-1971 Studium der Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Berlin
1962 Fluchthilfe und Mitarbeit am „Tunnel 29“
1971-1973 Tätigkeit als Diplomingenieur
1973-1975 Studienratsausbildung in den Fächern Mathematik/Physik
anschließend Tätigkeit als Studienrat in West-Berlin
1979-1987 Lehrer und stellvertretender Schulleiter an der Deutschen Schule in Lagos/Nigeria
1987-1990 Studiendirektor in West-Berlin

Kurzbeschreibung

Joachim Rudolph stammt aus Ostbrandenburg, das seit 1945 zum heutigen Polen gehört. Er wuchs in Ost-Berlin auf und war als Vierzehnjähriger Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 sowie des Mauerbaus am 13. August 1961. Nach seinem Abitur machte er zunächst eine Lehre als Elektromontageschlosser im Reichsbahnausbesserungswerk Schöneweide, bevor er ein Studium an der Verkehrshochschule in Dresden aufnahm. Nach dem Mauerbau reifte der Entschluss, gemeinsam mit einem Freund die DDR zu verlassen. Im September 1961 wateten beide von Schildow aus, das nördlich von Berlin liegt, durch das Tegeler Fließ über die Grenzsperren Richtung Lübars. In West-Berlin angekommen, nahm er sein Studium wieder auf und schloss sich an der Technischen-Universität Berlin einer Studentengruppe an, die einen Tunnel unter der Bernauer Straße Richtung Ost-Berlin grub. Am 14. September 1962 gelang der Durchbruch und 29 DDR-Bürger gelangten durch den Tunnel, der deshalb den Namen „Tunnel 29“ trägt, nach West-Berlin. Nach dieser geglückten Aktion beteiligte sich Rudolph am Bau zweier weiterer Tunnel. Dieses Vorhaben wurde vom MfS aufgedeckt. Die Republikflüchtlinge sowie einige Fluchthelfer wurden verhaftet.

Materialien und Berichte

"Flucht aus der DDR" - Joachim Rudolph zu Gast im Kreisgymnasium Neustadt. Badische Zeitung, 19.05.2015.

- "25 Jahre Mauerfall: Vom Todesstreifen zur Kiezidylle" - Joachim Rudolph kehrte an den Ort zurück, an dem er 1961 in den Westen floh. Interview von Stefan Tomik, FAZ, 2.10.2014

- Die Biografie von Joachim Rudolpf mit weiteren Materialien, Tonaufnahmen und Fotos finden Sie auf der Internetseite der Gedenkstätte Berliner Mauer

- Interview mit Joachim Rudolph auf der Seite von TF Mapping. Die Kartierung der Fluchttunnel an der Berliner Mauer

- Joachim Rudolph berichtet von den Gefahren bei der Fluchthilfe und bei der Suche nach Mitstreitern, Tonaufnahme von der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 2011, Gedenkstätte Berliner Mauer

- "Wir hatten fürchterliche Angst": Joachim Rudolph über den Volksaufstand am 17. Juni 1953, Nordwest-Zeitung, 17.6.2014

Zeitzeugeninterview mit Joachim Rudolph

Im Auftrag der Bundestiftung Aufarbeitung interviewten Hans Sparschuh und Rainer Burmeister von Heimatfilm GbR Joachim Rudolph als Zeitzeugen des Mauerbaus von 1961. Das vollständige Interview befindet sich im Archiv der Bundesstiftung. Im Folgenden werden einige Ausschnitte daraus gezeigt.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

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Mittwoch, der 28. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

28.9.1956: Die sowjetische Regierung rehabilitiert alle ehemaligen Soldaten, die nach ihrer Rückkehr aus deutscher Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion erneut verurteilt worden waren.