Bild:  Dieter Drewitz

Dieter Drewitz, Berlin (Berlin)

"Mein gesamtes Leben wurde bestimmt durch die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Ideologie, mit ihren weltweiten Verbrechen und den Auswirkungen, insbesondere auf die deutsche Geschichte."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Hafterfahrungen/MfS, Volksaufstand 17. Juni 1953, Mauerbau 13. August 1961

Biografisches

1943 in Schulzendorf bei Berlin geboren
1961 Verhaftung durch das MfS wegen Spionageverdachts
Abitur und Studium der Ausstellungsgestaltung
1966 erneute Verhaftung und Verurteilung zu 18 Monaten Haft
1987 Ausreiseantrag
1988 Ausreise in die Bundesrepublik
seit 2004 Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Eigenständige Veröffentlichung
Drewitz, Dieter: Kennwort "Alpenveilchen". Zwischen Stasiknast und Kaltem Krieg - Erinnerungen eines Unbequemen. zba.BUCH Berlin, 2011.

Kurzbeschreibung

Dieter Drewitz wuchs am Rande Berlins auf. Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 sowie der Bau der Berliner Mauer prägten sein politisches Bewusstsein und führten frühzeitig zur Distanz gegenüber dem SED-Regime. Im Alter von 18 Jahren wurde Drewitz zum ersten Mal vom MfS verhaftet. Er hatte unwissentlich ein nicht öffentliches Gebäude fotografiert. Durch Misshandlungen, wie zum Beispiel Schlafentzug, wollte man ihn zu einem Geständnis zwingen. Nach zwei Wochen Untersuchungshaft kam er allerdings wieder frei. 1966 folgte die zweite Verhaftung. Er hatte zwei Briefe an den West-Berliner Radiosender RIAS verfasst. Der Sender strahlte eine Hörerdiskussion zum Thema „Möglichkeiten einer deutschen Wiedervereinigung“ aus und las den ersten Brief Drewitzs vor. Den zweiten Brief fing das MfS ab. 1967 verurteilte ihn das Bezirksgericht Potsdam wegen „Verbindungsaufnahme zu einer verbrecherischen Dienststelle und staatsgefährdender Hetze und Propaganda“ zu 18 Monaten Haft, die er im politischen Gefängnis in Cottbus und im Haftarbeitslager „Schwarze Pumpe“ verbüßte. 1987 stellte er einen Ausreisantrag und durfte eineinhalb Jahre später in die Bundesrepublik ausreisen. Seitdem wohnt Drewitz in Berlin. Heute ist er Besucherreferent in Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.

Zeitzeugeninterview mit Dieter Drewitz

Im Auftrag der Bundestiftung Aufarbeitung interviewten Hans Sparschuh und Rainer Burmeister von Heimatfilm GbR Dieter Drewitz als Zeitzeugen des Mauerbaus von 1961. Das vollständige Interview befindet sich im Archiv der Bundesstiftung. Im Folgenden werden einige Ausschnitte daraus gezeigt.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Sonntag, der 28. August 2016 - Heute vor 60 Jahren

28.8.1956: Das ZK der KPdSU erklärt zum Verbot der KPD in der Bundesrepublik, dass dadurch »die Wiedervereinigung des deutschen Staates auf friedlicher und demokratischer Grundlage unmöglich wird«.