Bild:  Martin Böttger

Martin Böttger, Sachsen (Chemnitz)

"Für Frieden und die Verwirklichung der Menschenrechte! "

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Parteien, Medien, Hafterfahrungen/MfS, Kirche

Biografisches

1947 in Frankenheim geboren, als Sohn eines Pfarrers
1965-1970 Physikstudium an der TU Dresden
1972 kirchliche Friedensbewegung
1982 Promotion
1985 Initiative für Frieden und Menschenrechte
1989 Neues Forum
1990 Bündnis 90 /Die Grünen
1990-1994 Landtagsabgeordneter in Sachsen

Kurzbeschreibung

Martin Böttger engagierte sich frühzeitig in Friedens- und Menschenrechtsgruppen in der DDR. Er arbeitete eng mit der evangelischen Kirche zusammen und gehörte lange dem Kirchenrat seiner Gemeinde an. 1970 verweigerte der Physiker den Waffendienst, später wurde er Mitinitiator der jährlichen Friedensseminare ehemaliger Bausoldaten. Nach seiner Teilnahme an 1. Mai-Demonstrationen in den 1970er und 1980er Jahren mittels selbst angefertigter Transparente wurde er jeweils für einen Tag inhaftiert. Nach einer symbolischen Friedensaktion am 1. September 1983 vor der sowjetischen und der US-amerikanischen Botschaft geriet er in Untersuchungshaft und wurde zwei Wochen später aufgrund der Intervention bundesdeutscher Parteien entlassen. Darüber hinaus beteiligte sich der Bürgerrechtler als Herausgeber und Mitvertreiber an verschiedenen Samisdatzeitschriften. Mitte der 1980er Jahre gehörte er zu den Mitbegründern der Initiative für Frieden und Menschenrechte und war 1989 Mitinitiator des Neuen Forums.

Seit 2001 ist er Leiter der Außenstelle Chemnitz des Bundesbeauftragten für die MfS-Unterlagen.

"Bürokratopoly - Ein Lehrspiel aus der DDR"

In den 1980er Jahren entwickelte Martin Böttger ein Spiel, mit dem er den SED-Staat aufs Korn genommen hat. Anders als bei "Monopoly" geht es nicht um Geld, sondern um Macht. Ziel ist es, den Posten des SED-Generalsekretärs zu bekommen - Meuterei, Wahlbetrug, Vetternwirtschaft, alles ist erlaubt. Das Spiel verbreitete sich rasch im politischen Untergrund der DDR. Mehr als 30 Jahre später haben Pädagogen, Historiker und Spieleexperten vom DDR Museum und von Capito es neu aufbereitet und für den Schulkontext optimiert. Den Lehrern steht mit Videos, Arbeitsblättern und Originaldokumenten umfassendes Zusatzmaterial zum Einsatz im Schulunterricht zur Verfügung. Die Bundesstiftung Aufarbeitung hat das Projekt gefördert. Sie können es hier kostenfrei bestellen.


In dem Video berichtet Martin Böttger von seiner Idee zum Spiel.

www.buerokratopoly.de

Berichte

Beitrag über den Chemnitzer Kasberg in HORCH UND GUCK Heft 75 | 01/2012

Unterrichtsmodule

Die Unterrichtsmodule zu den Themen "Bürgerrechtsbewegung", "Hafterfahrungen" und "Kirche" sowie "Medien" und "Parteien" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Martin Böttger. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge“ und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

 

Martin Böttger berichtet von seinem Weg in die DDR-Opposition.

Weitere Videos stehen hier zur Verfügung:

- Jugend in der DDR

- Friedensbewegung

- Spiel mit der Stasi

- Berufliche Karierre

Das Interview wurde vom DDR Museum durchgeführt.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Dienstag, der 27. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

27.9.1956: US-Präsident Eisenhower fordert auf einer Pressekonferenz erneut, den Suezkanal unter internationale Kontrolle zu stellen. Die ägyptische Regierung lehnt dies tags darauf ab.