Bild:  Carmen Niebergall (vormals Stange)

Carmen Niebergall (vormals Stange), Sachsen-Anhalt (Magdeburg)

"Die deutsche Einheit ist etwas Historisches – und ich war ein Teil davon."

Thema: Deutsche Einheit, Kunst, Kultur und Literatur, Parteien, Volkskammer

Biografisches

1955 geboren in Schlagenthin/Sachsen-Anhalt
1962-1972 Allgemeinbildende Oberschule
1972-1974 Berufsausbildung zur Wirtschaftskauffrau bei der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft (BHG) Genthin
1973-1975 Tätigkeit in der BHG Genthin
1975-1978 Fachschulstudium „Ingenieurökonom für Rechnungswesen und Statistik“
1978-1980 Abteilungsleiterin in der Baustoffabteilung der BHG Genthin
1979 Eintritt in die CDU
1980-1987 Planungsleiterin und Ökonomische Direktorin im Volkseigenen Betrieb (VEB) Kreisbaubetrieb Genthin
1987-1989 Ökonomische Direktorin im Kreisrehabilitationszentrum Genthin
1990 Abgeordnete für die CDU in der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR
1990-1994 Staatssekretärin für Frauen- und Gleichstellungsfragen des Landes Sachsen-Anhalt in der Staatskanzlei mit Kabinettsrang
1994-2002 Abgeordnete des Landtages von Sachsen-Anhalt, Schwerpunkte: Frauen- und Gleichstellungspolitik, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
seit 2002 selbstständige Unternehmerin, u. a. seit 2004 Inhaberin der Agentur „tourenreich – Architektur- und Kunstreisen Mitteldeutschland“
bis heute vielfältiges ehrenamtliches Engagement, u. a. zehnjährige Mitwirkung im Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Gründungsmitglied der Stiftung Rechtsstaat Sachsen-Anhalt e. V., stellvertretende Vorsitzende des Vereins der ehemaligen Landtagsabgeordneten Sachsen-Anhalt, Mitglied des Vereins der ehemaligen Volkskammerabgeordneten der CDU/DA-Fraktion, EU-Botschafterin für das weibliche Unternehmertum, Vorbildunternehmerin der Bundesrepublik Deutschland
 

Veröffentlichungen (Auswahl):

Interview von Alexandra Birkenhauer mit Carmen Niebergall: „Geht nicht, gibt’s bei mir nicht.“ in: Inter.Vista, Magazin von Studierenden des Studiengangs Journalismus an der Hochschule Magdeburg-Stendal, Heft 2, 2016.
Dr. Julia Glöckner: „Kennen Sie Langeoog?“, Beitrag über Carmen Niebergall in: Pelikan e. V. (Hrsg.): Versuchungen ...und kein bißchen Angst vor einflußreichen Männern. Dr. Ziethen Verlag, 1999.

Kurzbeschreibung

„Weil ich geboren wurde“ heißt das Kunstwerk von Martin Assig in der Krypta des Kunstmuseums Kloster „Unser Lieben Frauen“ Magdeburg und sein Hauptmotiv ist ein vielfach verschlungenes Band. Oft erinnert mich dieses Kunstwerk an meinen Lebensweg.
Aus politischem Protest wurde politische Verantwortung. Seit meiner Mitgliedschaft in der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR trug ich Mitverantwortung für die Gestaltung der deutschen Einheit. Zunächst bestand die Verantwortung in der Arbeit an unzähligen Gesetzen, die dieser Einheit ihre Grundlage geben sollten. Das Ländereinführungsgesetz gehört als eines der wichtigsten Gesetze dazu. Kurz danach, als Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellungsfragen, war ich beteiligt am Aufbau meines Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Ich erlebte die Auswirkungen des Vereinigungsprozesses auf die Wirtschaft, auf die Menschen und insbesondere die Frauen. Notlagen zu bekämpfen war jetzt vordringliche Aufgabe: Massenarbeitslosigkeit, die in der DDR totgeschwiegene Gewalt gegen Frauen. Hinzu kam der Einsatz für eine wirkliche Gleichberechtigung der Geschlechter in beiden Teilen des nur mühsam zusammenwachsenden Deutschlands mit jeweils unterschiedlichen Rollenbildern und Wertvorstellungen. Wieder waren es Gesetze und Verordnungen, die mich beschäftigten, vor allem aber viele Gespräche mit Frauen und auch Männern, geduldige Überzeugungsarbeit, um Veränderungen herbeizuführen. Das gelang häufig, aber auch Rückschläge waren zu verkraften.
Ich stehe für authentische Geschichtsvermittlung vor und nach der Friedlichen Revolution.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.