Bild:  Martina Schoeneich

Martina Schoeneich, Bayern (Dießen)

"Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst. (Abraham Lincoln)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf

Biografisches

1953 geboren in Dohna/Sachsen, verheiratet, zwei Kinder
1971 Abitur in Zwickau im Anschluss an einen vierjährigen Internatsaufenthalt
1971-1979 Tätigkeit bei der Firma Automot in Heidenau und Fernstudium der Binnenhandelsökonomie
1979 Ausreiseantrag und infolgedessen Exmatrikulation
1981 Übersiedelung in die Bundesrepublik Deutschland – zunächst nach Hessen, später nach Bayern
1983-2005 Tätigkeiten als Dekorateurin und Abteilungsleiterin Dekoration sowie als Personalsachbearbeiterin
1991-1992 Ausbildung zur Bürokauffrau (IHK)
2004-2006 Psychologie-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München
2007-2013 Tätigkeit als Arbeitsvermittlerin bei der Arbeitsagentur
1997-2005 ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht München


Veröffentlichung

Martina Schoeneich: Deckname „Borke“. Tagebuch einer Ausreise aus der DDR von 1979-1981. Offenbach: Verlag Lindemann Druckerei, 2. Auflage 2019, ISBN: 978-3-00-064271-5.

Kurzbeschreibung

Während ihres vierjährigen Internatsaufenthalts machte Martina Schoeneich erste Erfahrungen mit Bespitzelung durch den Internatsleiter, weil sie Kontakte zur Jungen Gemeinde hatte und Kirchenkonzerte besuchte. 1971 schloss sie die Schule mit Abitur ab. Anschließend arbeitete sie als Sachbearbeiterin bei der Firma Automot in Heidenau und absolvierte gleichzeitig ein Fernstudium zum Binnenhandelsökonom. 1972 und 1978 wurden ihre Töchter geboren.
1979 stellten Martina Schoeneich und ihr Mann einen Ausreiseantrag, in dem sie sich auf die Schlussakte von Helsinki und die UN-Menschenrechtscharta bezogen, an die sich die DDR gebunden hatte. In der Folge wurde sie von ihrem Studium exmatrikuliert und kündigte angesichts der drohenden Versetzung als Hilfsarbeiterin in das Lager von Automot ihre Stelle. Ihr Ehemann wurde vom Diplomingenieur zum Gartenarbeiter degradiert. Später beschäftigte die evangelische Kirche beide als Putzfrau bzw. Friedhofsgärtner. Die Zeit bis zur Ausreise war geprägt durch Demütigungen, Verhöre und Stasi-Überwachung (u. a. unter dem Decknamen „Borke“). Des Weiteren erfolgte der Zwangsverkauf des Einfamilienhauses an die Gemeinde.
Am 10.11.1981 wurde Martina Schoeneich die Staatsbürgerschaft der DDR aberkannt und einen Tag später reiste die Familie per Zug aus. In der Bundesrepublik Deutschland gingen die Überwachung und die Kontrolle des Briefverkehrs bis 1985 weiter. Zudem durfte Martina Schoeneich vom Tag ihrer Ausreise bis 1989 nicht mehr in die DDR einreisen.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

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DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.