Bild:  Christine Friedrich

Christine Friedrich, Baden-Württemberg (Sinsheim)

"Nur in der Freiheit können wir unser einmaliges Leben entfalten…"

Thema: Kunst, Kultur und Literatur, Grenzerfahrungen, Deutsche Einheit, Medien, historische Aufarbeitung

Biografisches

geboren in Greifswald, verheiratet, zwei Kinder
1976 Verweigerung der Aufnahme in die Abiturklasse aufgrund der Herkunft als Arzttochter
1976-1978 Lehre als Finanzkaufmann/Staatshaushalt
1978-1981 FH-Studium in der Fachrichtung Kulturwissenschaften, Kulturgeschichte, Kulturmanagement
1981-1982 kulturpolitische Mitarbeiterin beim Rat des Kreises Oschatz
1982-1985 wissenschaftliche Assistentin im Museum für Stadtgeschichte Dessau
1985-1989 Pressereferentin am Landestheater Dessau
6. Oktober 1989 Flucht über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik Deutschland
seit 1990 freie Journalistin u. a. bei der Rhein-Neckar-Zeitung Heidelberg, beim Mannheimer Morgen und bei der Heilbronner Stimme
1992-2018 Stadthistorikerin und Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit im Stadtarchiv Sinsheim, Eventmanagerin, Museumspädagogin und Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit im Stadt- und Freiheitsmuseum Sinsheim
seit 1992 Schauspielerin und Eventmanagerin beim Friedrich Hecker Theater
2000-2019 zunächst zweite und dann erste Vorsitzende des Geschichtsvereins Sinsheim
seit 2002 Autorin und Fotografin
2007-2016 Redaktionsleiterin der „Sinsheimer Geschichtsblätter“
 

Veröffentlichung

Friedrich, Christine: Der Himmel jenseits der Mauer. Roman. Oldenburg: Schardt-Verlag, 2006.

Kurzbeschreibung

1974 und 1976 verweigerte der Arbeiter- und Bauernstaat der Arzttochter mit einem Notendurchschnitt von 1,1 die Aufnahme in die Abiturklasse, weil sie ein „I“ für Intelligenz hinter ihrem Namen hatte.
Weil sie seit 1986 bei ihrer Pressearbeit am Landestheater Dessau regimekritische Aspekte einiger Inszenierungen in die Presse brachte, war sie besonders ab Herbst 1987 Repressalien und Verhören ausgesetzt. Am 6. Oktober 1989 floh sie mit ihrem Ehemann und zwei kleinen Kindern über Ungarn und Österreich in den Westen.
In Baden-Württemberg fand die Kulturhistorikerin, Journalistin, Autorin und Fotografin viele neue Betätigungsfelder. Neben ihrer Arbeit im Museum widmete sie sich mit Leidenschaft der Erforschung unserer demokratischen Wurzeln und dem historischen Theaterspiel. Als Vorsitzende des Geschichtsvereins organisierte sie Studienreisen vorzugsweise in den Osten Deutschlands oder in die USA. Sie schreibt Bücher und war u. a. Redaktionsleiterin der „Sinsheimer Geschichtsblätter“. 2006 erschien ihr Roman „Der Himmel jenseits der Mauer“, der den Alltag der Jugend in der DDR und die Ausreisewelle 1989 thematisiert. Mit ihrem Ehemann leitete sie von 1990 bis 2018 das Stadt- und Freiheitsmuseum in Sinsheim, wo sie u. a. 2009 und 2014 Ausstellungen, ein Theaterstück und zahlreiche Veranstaltungen zu den Themen Mauerfall und Wiedervereinigung organisierten. 2010 erhielt sie den „6. Frauenbrücke-Preis für die innere Einheit in Deutschland“.

Berichte

"1989 - Der Weg in die Freiheit: Der Fall des Eisernen Vorhangs" - Christine und Holger Friedrich waren in einer ZIB 2 History-Sendung des österreichischen Senders ORF zu Gast. Sommer 2019.

"Für diese Familie ist der 3. Oktober ein Wunder" - Familie Friedrich berichtet von ihrer Flucht mit dem Trabi aus der DDR und hebt die Bedeutung der Wiedervereinigung hervor. Artikel von Alexander Hettich, Oktober 2018, Stimme.de.

"Nötiges in den Trabbi gepackt" - Die Schülerinnen und Schüler der elften Klasse des Litauischen Gymnasiums in Lampertheim hatten viele Fragen an Christine Friedrich. Mannheimer Morgen, 07.09.2016.

"Dem Regime ein Dorn im Auge" - Christine Friedrich berichtete der Jahrgangsstufe 11 am Litauischen Gymnasium im Lampertheimer Stadtteil Hüttenfeld von ihren Erfahrungen in der DDR. Echo, 06.09.2016.

"Mir wird heute noch ganz kalt" - Christine und Holger Friedrich im Interview zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Rhein-Neckar-Zeitung, 07.04.1014.

"Mauerfall 1989 - Die Vorhut" - In der ZEIT berichtet Christine Friedrich von ihrer Flucht im Oktober 1989. Artikel von Christian Staas, September 2009.

"Fluchtpläne im Unrechtsstaat" - Christine und Holger Friedrich geben einen Einblick in ihr Leben in der DDR. Sie erzählen, aus welchen Gründen sie die DDR verlassen wollten und was sie zunächst zurückgehalten hat. Artikel von Annette Gast-Prior, Mai 2009, Stimme.de.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.